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Gemeinde Büchel in Thüringen

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Zur Baugeschichte der Kirche.



"Die lichte Schönheit des aus der Zeit Schinkels stammenden Baues mit seinen klassizistischen Formen entzückt das Auge jeden Kenners."
Oberregierungsrat Prof. Dr. Giesau aus Halle - Provinzialkonservator
1937


Die St. Ulrich Kirche in Vergangenheit und Gegenwart



Die alte Kirche St. Ulrich lag außerhalb vom Dorf, jenseits der Lossa. Sie wird als mittelalterlicher Bau beschrieben, der durch die ständigen Hochwasser seine Zierde verloren hatte. Unerwartet und zum Schrecken der Einwohner, brannte die alte Kirche 1833 während eines nächtlichen Gewitters bis auf die Grundmauern nieder. Im Ort wurde "gemunkelt" dass es Brandstiftung war. Der Verdacht fiel auf den Kantor Mann. Es ging die Rede im Dorf: "Man sagt man(n) habe die Kirche abgebrannt." Doch bereits vor dem Kirchenbrand wurde der Ruf nach einer neuen Kirche laut. Im Oktober / November 1834 wurden die Ruinen der alten Kirche abgebrochen.

Kirchenneubau 1834 - 37

Mit der Zeichnung, dem Kostenanschlag und schließlich auch der Bauüberwachung wurde der königliche Bau- Inspektor Schirlitz aus Roßleben beauftragt. Er bestand darauf, die Kirche inmitten des Dorfes neu zu errichten, da er den feuchten Boden in unmittelbarer Nähe der Lossa für ungeeignet hielt. Im Dezember 1834 begannen die Arbeiten am Grund.

Der im Ort vorhandene Dorfteich wurde zugefüllt und der Baugrund zusätzlich noch 3 Fuß über das Terrain gelegt. Im März 1835 wurden die Arbeiten fortgeführt, so dass am 9. April im östlichen Giebel in der Ecke nach Süden der Grundstein in einer Zeremonie förmlich gelegt werden konnte. Das Gebäude wurde mit Bruchsteinen von der Schmücke und Kalkmörtel aufgeführt und unter Berücksichtigung der Seelenzahl (sowie deren Vermehrung :-) 66 Fuß lang, 32 Fuß tief und 28 ½ Fuß in Lichten hoch. Als Dacheindeckung sollte nun blauer Tonschiefer statt Ziegeln nicht nur eine längere Haltbarkeit garantieren, sondern auch ein besseres Aussehen sichern.

Begünstigt durch den milden Winter war der Neubau am 21. August in seinen äußeren Teilen aufgeführt und alsdann begann man mit dem inneren Ausbau. Am 13. September 1836 war das Werk vollbracht und es erfolgte eine förmliche Übergabe des Kirchenbaus vom Baumeister Giem an den Bauinspektor Schirlitz. Nach dem ausdrücklichen Wunsch der Gemeinde wurden die Emporen übereinander angebracht, wobei sich eine Mauerhöhe von 28 ½ Fuß als Mindesthöhe ergab. Die äußerlichen Umfassungsmauern wurden nach dem Loth- und Richtscheit glatt geputzt. Um dem Innenrraum ein gefälligeres Aussehen zu verleihen, entschloss man sich Sandsteinplatten zu verlegen. Zur "Unterstützung" der Emporkirchen wurden dorische Säulen gefertigt, die Emporen selber aber mit weißer Leimfarbe angestrichen. Die Weiberstühle dagegen erhielten einen gleichen Anstrich in Ölfarbe. Als Farbgebung der äußerlichen Holzgesimse war nach dem Kostenvoranschlag ein graurötlicher Anstrich mit Ölfarbe vorgesehen (genau wie die Türflächen) und, um sie als scheinbare steinerne Gesimse darzustellen, mit feinen Quarzsand abgepudert. Mit der Herstellung von Kanzel, Altar und Taufstein wurde Bildhauer Elle aus Stadtilm (oder Ilmenau) beauftragt. Die Orgel wurde 1836 vom Orgelbaumeister August Witzmann in Stadtilm gefertigt, nach Büchel transportiert und eingebaut.
Zum Reformationsfest am 31. Oktober 1837 wurde die neue Kirche feierlich eingeweiht.
Möglich geworden war der Bau erst durch eine Kirchen- und Hauskollekte in dem Evangelischen Landen des Staates, mit einem Ertrag von 4.380 Talern.

Quellen:
Kostenanschlag sowie Erläuterungsprotokoll über den Neubau der Kirche zu Büchel
Landesarchiv Merseburg. Landratsamt Eckartsberga A, Rep C 50 Nr. 1632
Pfarrarchiv Büchel, Dokumente aus dem Turmknopf



Bilder zur Kirche
Bilder zur Kirche
Bilder zur Kirche
Bilder zur Kirche


Die Baugeschichte nach 1837



1845 Reparaturen am Dach und Hauptgesims des Kirchenschiffes.
1865 Dielung des Fußbodens unter den "Weiberstühlen". Die hölzernen Stützsäulen der Emporen wurden im unteren Teil durch Stein ersetzt.
1868 Stellte man Risse im Mauerwerk, besonders der südlichen Frontmauer fest. Da sich bei einer zweiten Begehung die Rissbildung nicht verstärkte, wurden sie zugemauert und wieder verputzt.
1885/86 Der Fußboden wurde mit neuen Saargemünder Tonplatten ausgelegt, welche die vorhandenen rötlichen Sandsteinplatten ersetzten.
1887 Instandsetzungsarbeiten zum 50 jähringen Jubiläum. Schadhafte Stellen am Innenputz wurden ausgebessert, die gesamte Kirche mit einem neuen Kalkanstrich versehen, der Außenputz wurde erneuert sowie einige Reparaturen am Dach ausgeführt.
1894 Reparatur der Turmbekrönung
1849 Neuguss der großen Glocke von Heinrich Ulrich / Laucha.
1902 Reparatur der durch die Frühjahrsstürme verbogenen Spindel der Wetterfahne.
1909 Erhielt die Gemeinde eine neue Turmuhr von der Firma J.F. Weule aus Bockenem / Harz geliefert. Das Gebläse der Orgel wurde vom Orgelbauer Meißner aus Etzleben erneuert.
1912 Anschaffung einer neuen Kirchenheizung mit zwei neuen Öfen und Schornsteinen, anstatt bisher einem Ofen mit eisernem Rohr als Rauchabzug
1917 Wurden die mittlere und kleine Glocke sowie die Zinnpfeifen zu Kriegszwecken abgeliefert.
1916 Anschluss der Kirche an das Stromnetz.
1926 Neuguss zweier Bronzeglocken von Chr. Störmer / Erfurt als Ersatz für die im ersten Weltkrieg verloren gegangenen Glocken
1937 Umfassende Renovierung der Kirche zum 100-jährigen Jubiläum. Reparatur der Orgel durch Orgelbaumeister Strobel aus Bad Frankenhausen, Ausbesserung der Innendecke im Kirchenschiff, Versuch Trockenlegung der Kirchenwände im Inneren, Erneuerung der untersten Treppenstufen im Eingangsbereich des Kirchturms, das Kirchenschiff wurde äußerlich vom Putz befreit, das Ostportal erhielt Säulen aus behauenen Sandstein (zuvor aus Backsteinen gefertigt)
1968 Reparaturen am Kirchturm(Dach), einschließlich der Wetterfahne, welche durch die örtlichen Schmiede Paul Kruse und Walter Zschäbitz repariert wurde.
1990 Sanierung des Dachstuhls durch Firma: Geba mbH, Mühlhausen
1995 Dachneueindeckung Kirchenschiff, Firma: Geba mbH, Mühlhausen.
Instandsetzung Turmbekrönung, Firma Glocken & Turmuhren Christian Beck, Kölleda
1999 Sanierung der Innendecke im Kirchenschiff,Firma: Geba mbH, Körner
2002 Instandsetzung Dachstuhl im Kirchturm, Firma: Geba mbH, Körner
2005 Glockeninstandsetzung, Firma: Glocken & Turmuhren Christian Beck, Kölleda
2006 gerüstlose Schiefer- und Blechreparaturarbeiten am Kirchturmdach. Firma: Alpinservice Weimar
2008 Instandsetzungsarbeiten an der nördlichen Empore im Kirchenschiff, Firma: Denkmalplan mbH, Mühlhausen
2009 Reparatur an der Turmlaterne, Firma: Alpin Service Weimar
2010 Holzschutzgutachten Orgel, Firma: Dipl.-Ing. Eva-Susanna Schmidt, Werther
Reparatur / Ergänzung Wellenrahmen der Orgel, Firma: Orgelbauer Oliver Lang
2011 Restaurierung Kreuzsprossenfenster, Firma: Tischlerei Wechker, Roßla
Putzarbeiten Fensterlaibung, Firma: Maik Tesch, Nordhausen
Gerüst, Firma: Gerüstbau Andreas Bernhardt, Kölleda
Fensterschutz: KHS Michael Kaufmann, Büchel
2014 Restaurierung Kreuzsprossenfenster, Firma: Tischlerei Lange, Ostramondra
Putzarbeiten Fensterlaibung, Firma: Maik Tesch, Nordhausen
Gerüst, Firma: Gerüstbau Andreas Bernhardt, Kölleda
Fensterschutz: KHS Michael Kaufmann, Büchel


Kirchengemeinde

Baugeschichte

Förderverein

Turmuhr

Orgel

Glocke


Steckbrief

Steckbrief Kirche Büchel
Patrozinium: St. Ulrich
Erbaut: 1834 - 37
Baumeister: Schierlitz / Roßleben
Baustil: Klassizismus
Kosten: 8.764 Taler
Besonderheit: Pfahlgründung

Bilder zum Baugeschehen

1991
Bilder zur Kirche
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Bilder zur Kirche
1995
Bilder zur Kirche
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1999
Bilder zur Kirche
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2002
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2005
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2006
2008

2009